Tipp F2: Promotoren für die Wissenschaftsstrategie

Egal ob HAW oder Universität: jede Hochschule muss „strategiefähig“ sein gemäß Wissenschaftsrat.

Dies bedeutet, dass die strategische Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Positionierung das wichtigste „Kerngeschäft“ der Hochschulleitung ist. In folgender Abbildung (Marettek 2016, Steuerungsprobleme großer Universitäten in Zeiten der Exzellenzinitiative, S. 42) wird die typische Führungssituation einer deutschen Hochschule graphisch dargestellt:

Die rot markierten Führungspersönlichkeiten stellen im Beispiel die Promotoren dar, die sich auf eine gemeinsame Forschungsstrategie einigen müssen, wenn das angestrebte Projekt (hier: Exzellenzcluster) gelingen soll.

Ähnliche Kommunikations- und Koordinationsleistungen sind beispielsweise bei der Einführung fakultätsübergreifender Studiengänge erforderlich: stets muss die Hochschulleitung unglaublich viele Gespräche führen, die zunächst in großen Teilen ergebnisoffen zu führen sind.

Dabei immer zuerst den Kolleg*innen zuhören, deren Strategie verstehen und dann schrittweise aus den vielen einzelnen Strategien eine gemeinsame Strategie zur Weiterentwicklung der Hochschule machen. Dies beinhaltet m.E. unglaublich anspruchsvolle – aber auch sehr reizvolle Kommunikationsleistungen, wenn tatsächlich etwas wissenschaftsstrategisch Neues gestaltet werden kann, z.B. transdisziplinäre Projekte zu gesellschaftlich relevanten Themen!

Die Hochschulleitung muss dabei zumindest alle Promotoren „mitnehmen“ und vor allem über Jahre die persönliche Glaubwürdigkeit erhalten! Dies bedeutet für jede Person der Hochschulleitung: Glaubwürdig die Interessen der wissenschaftlichen Gemeinschaft vertreten und trotzdem systematisch mehr Exzellenz in Lehre, Forschung, Transfer anstreben. 

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